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Malteser Wiesloch

Große Bevölkerungsschutzübung im Rhein-Neckar-Kreis

15.04.2019
Begrüßung zu Beginn der Übung
Wieslocher Malteser an der Teilstation 6

Am Samstag, den 13.04 haben ca. 500 Übungsbeteiligte erstmals die Notfallstation im Wieslocher Schulzentrum errichtet. Diese Pilotübung für das Land Baden-Württemberg findet unter Mitwirkung aller im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen und Behörden statt.

Die Notfallstation ist ein wichtiger Bestandteil des Katastrophenschutzes bei kerntechnischen Ereignissen. Nach der Freisetzung von Radioaktivität durch beispielwiese einen Zwischenfall in einem Kernkraftwerk oder bei einem Castortransport ist die Notfallstation eine freiwillige Anlaufstelle für die Bevölkerung. Dabei können bis zu 1.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden versorgt werden. Innerhalb von drei Schichten mit ca. 600 Helfern pro Tag werden folgende Bereiche betrieben:

Teilstation 1: Eingang und Befragung der eintreffenden Personen

Teilstation 2: Registrierung und Kontaminationsmessung

Teilstation 3: Dekontamination

Teilstation 4: Abschätzung der Strahlendosis aufgrund der Messungen, übermittelten radiologischen Daten, sowie der angegebenen Aufenthaltsorte und -zeiten

Teilstation 5: Ärztliche Beurteilung und Überprüfung auf Frühsymptome einer Strahlenexposition

Teilstation 6: Weitere Informationen sowie Betreuung und ggf. Aufenthaltsregelung

Teilstation 7: Ausgang und Registrierung.

Neben den Teilstationen sind weitere Querschnittsmodule wie der Sanitätsdienst und die Psychosoziale Notfallversorgung vorhanden.

Diese bundesweit erste Übung sollte das in den letzten 1,5 Jahren erarbeitete Konzept an 100 Übungsmimen testen. Auch die Malteser Wiesloch sind seit der Planungsphase in das Konzept einbezogen worden und konnten ihre Erfahrungen im Bereich der Betreuung von Betroffenen sowie unsere Ortskenntnis einbringen. Wie der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises Dr. Armin Brötel bei seiner Begrüßung sagt: „Niemand plant zu versagen, aber viele versagen beim Planen. Wenn es tatsächlich zu einem kerntechnischen Störfall kommen würde, können wir es uns nicht leisten zu versagen. Deshalb müssen wir Vorsorge treffen. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie bei dieser Übung jedes Rädchen ineinander gegriffen hat.“

Auch Prof. Hermann Schröder, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg zog ein positives Resümee: „Das Zusammenspiel aller Beteiligten hat gut funktioniert.“ Gleichzeitig betonte er, warum diese Übung notwendig war: „Die Ausstattung des Katastrophenschutzes in den Stadt- und Landkreisen befindet sich auf einem hohen Niveau. Es ist jedoch nicht damit getan, eine gute Ausrüstung zu haben. Im Ernstfall müssen die Menschen auch damit umgehen können – und dazu sind solche Übungen unerlässlich. Deshalb danke ich insbesondere den vielen ehrenamtlichen Kräften, die an der Übung mitgewirkt haben“.

Die aus der nun folgenden Übungsauswertung gewonnenen Erkenntnisse werden den weiteren elf Arbeitsgemeinschaften in Baden-Württemberg als Planungsgrundlage dienen.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim eG  |  IBAN: DE46672922000000407801  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODE61WIE